Es ist nicht so, dass es Fuel Dumping gar nicht gäbe. Das Ablassen von
Kerosin während des Fluges ist jedoch eine Maßnahme, die äußerst selten und nur in bestimmten Notsituationen unter Einhaltung strengster Sicherheitsbestimmungen angewendet wird - zum Beispiel, wenn nach dem Start Komplikationen an Bord auftreten und sich der Pilot entscheidet, sicherheitshalber sofort wieder zu landen.
Die Genehmigung zum Treibstoffschnellablass erteilt die Flugsicherung. Sie lotst das Flugzeug in einen wenig beflogenen Luftraum, der bei mindestens 1.500 Metern Höhe liegt. Wegen der hohen Geschwindigkeit des Flugzeugs zerstäubt der austretende Treibstoff sofort und verdunstet. Bei den meisten der heute gängigen Flugzeugtypen ist Fuel Dumping gar nicht mehr vorgesehen, denn die Maschinen können mit dem maximalen Startgewicht auch wieder landen.
Oft werden sogenannte Wirbelschleppen, die besonders bei landenden Flugzeugen häufiger zu beobachten sind, für Kerosinablass gehalten. Dies ist jedoch ein Irrtum. Jedes Flugzeug hinterlässt auf seiner Flugbahn am Ende der Tragflächen zwei gegenläufige Luftwirbel, die durch den Druckunterschied zwischen den Ober- und Unterseiten der Tragflächen entstehen. Werden die Landeklappen ausgefahren, vergrößert sich die Intensität der Luftwirbel. Bei erhöhter Luftfeuchtigkeit können diese Wirbelschleppen in Form eines grauen Bandes hinter dem Flugzeug sichtbar werden, was dann irrtümlich für Fuel Dumping gehalten wird.